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Mit Blockchain zu mehr Transparenz und Nachverfolgbarkeit

Markus Mühleisen, Arla Foods im Interview

Die Ursprünge von Arla Foods gehen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Um 1880 schlossen sich erste Milchbauern in Dänemark und Schweden zu kleinen Gruppen zusammen. Daraus entstand die mittlerweile weltweit größte Molkereigenossenschaft, die seit 2001 auch in Deutschland und Großbritannien beheimatet ist.

Markus Mühleisen verantwortet seit März 2018 als Geschäftsführer und Group Vice President Germany das Geschäft von Arla Foods in Deutschland. Er ist einer der hochrangigen Sprecher auf der Farm & Food 4.0 in Berlin und gab uns vorab einige Einblicke in die Digital-Strategien des Unternehmens.

Herr Mühleisen, Arla Foods ist in aller Munde. Was macht die Marke im Kern aus?

Markus Mühleisen: “Arla Foods steht für drei Dinge: Natürlichkeit, Nachhaltigkeit und innovative, leckere Produkte, die zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen. Als Molkereigenossenschaft mit über 11.000 Landwirten in 7 europäischen Ländern, die auch Eigentümer des Unternehmens sind, haben wir auch eine starke Solidargemeinschaft als Basis.” 

Mit der Verantwortung für Landwirte und Verbraucher, welche Relevanz haben Transparenz und Rückverfolgbarkeit für Arla Foods?

“Bei Arla liegt die gesamte Produktionskette in unseren Händen - vom Hof bis ins Kühlregal. Transparenz und Rückverfolgbarkeit spielen deshalb bei uns eine ganz zentrale Rolle. So können wir sicherstellen, dass alle Arla Milchprodukte jederzeit auch unseren hohen Qualitätsansprüchen genügen. Falls doch mal Abweichungen auftreten, können wir schnell und effektiv handeln. Das schafft Vertrauen bei den Verbrauchern und auch bei unseren Handelskunden.”

Wie sieht die Digitalstrategie von Arla Foods in diesem Bereich aus?

“Unsere Digital-Strategie umfasst alle Unternehmensbereiche vom Hof über die Produktion und Logistik bis hin zu Marketing und Vertrieb. Um ein Beispiel zu geben vom Hof: Mit unserer neuen Datenbank wollen wir neue Standards beim Thema Qualitätsmanagement und Transparenz setzen. Über betriebswirtschaftliche Kennzahlen hinaus erfassen unsere Landwirte einmal pro Quartal zusätzlich rund 100 Fragen zu Tierwohl, Nachhaltigkeit oder Qualität - wichtige Daten zu ihrem Hof.

Dadurch entsteht ein wertvoller Datenschatz und eine digitale Plattform für alle Landwirte, wo sie sich mit ihren Kollegen in ganz Europa vergleichen und verbessern können. Für die Zukunft können wir uns vorstellen, auch ein digitales Fenster in diese Datenbank für unsere Handelspartner und Verbraucher zu öffnen.”

Stichwort Arla Milkchain: Was steckt hinter diesem Projekt, bei dem sie die Blockchain Technologie einsetzen?

“Die Arla Milkchain ist ein Pilotprojekt in Finnland, das erste dieser Art weltweit. Damit setzen wir die Blockchain-Technologie ein, um Verbraucher lückenlos über den Weg der Milch zu informieren, und dadurch maximale Transparenz herzustellen. So haben wir ein Rückverfolgungssystem für Biomilch aufgebaut, mit dem Verbraucher zu jeder einzelnen Trinkmilchpackung ergänzende Informationen über Erzeugung und Verarbeitung der Milch über das Internet abrufen können.

Mit Hilfe der Blockchain werden die Daten über die Milcherzeugung, die beteiligten Mitarbeiter, den Milchtransport und die Verarbeitungszeit digital erfasst und miteinander sicher verknüpft. Der Verbraucher kann dann anhand des Produktionsdatums auf der Milchpackung über eine App oder das Internet verschiedene Informationen abrufen, wie z.B. wie viele Kühe an diesem Tag gemolken wurden, wieviel Milch erzeugt wurde, ob ein Kalb geboren wurde und wie lange es dauerte vom Abpumpen der Milch in der Molkerei bis zum Abfüllen der fertigen Trinkmilch. Die ersten Monate zeigen, dass dieses Projekt sehr gut angenommen wird. Wir verfolgen das mit großem Interesse.”

Was ist der Stellenwert der Konferenz Farm & Food 4.0 für Sie und was erwarten Sie von Ihrer Teilnahme?

“Die Digitalisierung bringt auch in der Landwirtschaft und der Ernährungsindustrie enorme Veränderungen mit sich. Sie bietet aber auch zahlreiche neue Chancen. Hier den Überblick zu behalten und den richtigen Weg zu finden, ist wahrscheinlich für alle Beteiligten die Herausforderung.

Für mich persönlich erwarte ich, dass die Farm & Food 4.0 wichtige Impulse geben wird, und einen Kompass auf dem Weg in eine erfolgreiche digitale Zukunft bietet. Ich freue mich natürlich auch auf viele interessante Gespräche mit Experten aus den verschiedensten Bereichen.”

Treffen Sie Markus Mühleisen auf der Farm & Food 4.0 in Berlin. Hier sichern Sie sich Ihr Ticket: https://www.farm-and-food.com/tickets/