Farm & Food 4.0
International Congress Berlin
Farm & Food 4.0

04. Oktober 2018

Erwartungsmanagement ist essenziell für die Zusammenarbeit zwischen Startups und Unternehmen

Interview mit Fabio Ziemßen, NX-FOOD

NX-FOOD ist der Innovationshub der METRO für neue Lebensmittellösungen. Im Rahmen der NX-FOOD Initiative “Startup-Regal” erhalten Startups mit ihren innovativen Produkten in einem dreimonatigen Marktprobelauf Zugang zu ausgewählten Märkten des Großhandels- und Lebensmittelspezialisten METRO in Deutschland und Österreich sowie in Hypermärkten von real. Fabio Ziemßen ist einer der führenden Köpfe in der deutschen Food-Startup-Szene. Er vermittelt deutschlandweit zwischen Startups und Unternehmen der Lebensmittelbranche und verantwortet bei NX-FOOD als Director Food Innovation Konzepte in den Bereichen E-Food, FoodTech und AgTech. 

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Farm & Food: Fabio Ziemßen, was ist das Konzept der Initiative NX-FOOD und wie unterstützen Sie Startups aus dem Food-Sektor?
Fabio Ziemßen: NX-FOOD gehört zur METRO AG und ist der Innovationshub für neue Lebensmittel-Technologien und -Produkte. Zugleich sind wir ein wichtiger Ansprechpartner für Food-Startups. Unser Ziel ist es, nicht nur die Lebensmittelwirtschaft weiterzuentwickeln und dabei zu unterstützen, neue Produkte in den Markt zu bringen, sondern vor allem auch jungen Gründern dabei zu helfen, den richtigen Vertriebskanal und die relevante Zielgruppen ausfindig zu machen.

Mit unseren verschiedenen Initiativen erhalten Startups, Zugang zum Handel und können erste Handelserfahrungen sammeln. Dabei achten wir darauf, dass wir nicht nur Next-Generation-Food-Produkte anbieten – also Produkte, die durch neue Technologien erst hergestellt und skaliert werden können, wie Invitro-Fleisch –, sondern auch alles, was unter die Kategorie New Food fällt, also Produkte, die neu interpretiert oder rekultiviert werden, wie Slow-Food-Produkte oder nachhaltig hergestellte Schokolade.

Wie profitiert die METRO AG von diesem Konzept?
Die Metro AG profitiert natürlich von dieser Initiative in vielerlei Hinsicht. Mit dem Startup-Regal unterstreichen wir unseren Anspruch, insbesondere den Gastronomie-Kunden eine Trendplattform zu bieten. Wir wollen sie inspirieren und ihnen Zugang zu neuen Produkten geben. Die Resonanz ist super: Das Startup-Regal kommt in den ausgewählten Märkten bei Kunden und Mitarbeitern sehr gut an.

Wir nutzen Food-Innovationen auch dazu, für bestimmte Themen zu sensibilisieren. Wenn wir uns beispielsweise mit dem Thema alternative Proteine befassen und dort bestimmte Produkte oder Lösungen anbieten, können wir auch unsere Kunden zu diesen Themen intensiver informieren.

Wie können Unternehmen und Startups die Zusammenarbeit am besten organisieren?
Indem man von vornherein ein klares Verständnis schafft. Erwartungsmanagement ist absolut wichtig. Wir bei NX-FOOD waren selber Unternehmer und sind auch noch als Unternehmer aktiv. Wir haben ein besonderes Verständnis für Startups im Markt.

Wir wissen genau um die Bedürfnisse. Wir wissen auch, in welcher Situation sich Gründer befinden, wenn es darum geht, sich finanziell aufzustellen. Bei uns gibt es ein Gründer-Mindset und dadurch können wir das Erwartungsmanagement übernehmen. Entsprechend sind wir der Brückenbauer und moderieren den ganzen Prozess der Zusammenarbeit von Startups und Unternehmen.

Bei uns läuft alles auf Augenhöhe und partnerschaftlich. Wenn wir mal nicht weiterhelfen können an der einen oder anderen Stelle, suchen wir die passenden Partner aus unserem Netzwerk.

Warum ist Pioneering Ag Tech ein spannendes/relevantes Format und was erwarten Sie von Ihrer Teilnahme?
Von Pioneering Ag Tech erwarte ich einen Austausch mit Experten innerhalb des Food- und AgTech-Systems, ein Dialog auf hohem Niveau über die Herausforderungen und Lösungsansätze in der Agrar- und in der Foodbranche. Aus Sicht des Handels wünsche ich mir, dass kein Dialog in Silos stattfindet, sondern das ganze Foodsystem als ein einheitliches System wahrgenommen wird.

In der Zukunft reden wir nicht mehr von waagerechten oder horizontalen Wertschöpfungsketten, sondern eher von dezentral operierenden Netzwerken, in der alle Marktteilnehmer miteinander in Kommunikation treten können und Transparenz und Nachvollziehbarkeit als das oberste Kriterium gelten. Ich freue mich auf eine Veranstaltung mit gutem Austausch, mit interessanten Teilnehmern und natürlich auch ein sehr hohes Maß an Wissenstransfer und Wissensaustausch.

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